Es ist Zeit für eine „Fashion Revolution“: Machen Sie mit und schauen Sie sich unser faires Modesortiment in der Welt-Brücke an!

Seit der Eröffnung unseres neuen Ladengeschäfts am Marktplatz 15 führen wir auch faire Kleidung – von Tüchern und Mützen über Socken, Strümpfe und Leggings bis hin zu T-Shirts, Jacken, Röcken, Kleidern, Hosen und Pyjamas. In unserem fairen Textiliensortiment finden Sie faire Modelabels wie AZADI, Thokkthokk, Fellherz, Nepalaya, anukoo, Mode von DWP sowie natürlich viele faire Strickmoden von Wipalla, El Inka, Andenart und anderen Anbietern (saisonal). Für uns war es sehr wichtig, in unserem neuen Laden auch faire Bekleidung mit aufzunehmen. Denn wir sind der Meinung: Es ist Zeit für Veränderung in dieser Branche, die so stark von billiger Fast und Ultrafast Fashion geprägt wird – und damit von Ausbeutung, Minimallöhnen und menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen. Daher laden wir Sie ein, sich einen Überblick über faire Mode in unserem Weltladen zu machen. Sie werden begeistert von der Qualität, Originalität und Besonderheit fairer Bekleidung sein.

Ausbeutung auf ganzer Linie

Wir kaufen mehr, zahlen weniger und tragen die Kleidungsstücke immer kürzer. Aber auf wessen Kosten? Fast und Ultrafast Fashion gehören leider zu den erfolgreichsten Geschäftsmodellen der vergangenen Jahre. Gemeint sind immer neue Kollektionen und ständig wechselnde Trends – Kleidung, die so billig ist, dass sie nur wenige Male getragen wird, bevor sie in den Tiefen des Kleiderschrankes oder im nächsten Altkleidersack landet. Der Großteil unserer Kleidung kommt von weit her. Etwa 90 Prozent werden im Ausland produziert. China, Bangladesch und Türkei zählen zu den wichtigsten Kleidungshersteller*innen weltweit, gefolgt von Indien und Pakistan. Bis ein Baumwoll-T-Shirt in unseren Läden hängt, legt es bis zu 20.000 Kilometer zurück; bis zu 100 Arbeitsschritte sind für die Produktion notwendig. Die textile Lieferkette ist lang, komplex und oft undurchsichtig – kein Wunder, dass Textilien zu den Importprodukten mit dem zweitgrößten Risiko für Menschenrechtsverletzungen zählen. Die strukturelle Ausbeutung zieht sich durch die gesamte Lieferkette: Von Zwangsarbeit und ausbeuterischer Kinderarbeit über sexuelle Gewalt, schlechte Bezahlung bis hin zu fehlenden Arbeitsverträgen und horrenden Überstunden in Asiens Textilfabriken. Zwangsarbeit und Kinderarbeit prägen dabei noch immer die Arbeit auf den Baumwollfeldern. Rund 100 Millionen Farmer*innen weltweit bauen Baumwolle, jene beliebte sowohl atmungsaktive als auch widerstands- und saugfähige Naturfaser für Textilien an. Gerade für Menschen in Ländern des Globalen Südens ist der Anbau eine wichtige Einnahmequelle. Neben den USA und China ist Indien einer der größten Exporteure der Welt. Anders als in den USA, wo Baumwolle auf riesigen Plantagen angebaut wird, sind es hier vorwiegend Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die die Fasern anbauen. Da Baumwolle an der Börse gehandelt wird, sind Produzent*innen den großen Schwankungen des Marktes ausgesetzt: Ist das Angebot groß, sinkt der Preis. Weil die Marktpreise oft niedrig sind und die Einkommenssituation entsprechend schlecht ist, ist Kinderarbeit ein großes Problem, weshalb Baumwolle zu den Produkten mit dem häufigsten Vorkommen von Kinderarbeit zählt.

Wohlfühleffekt ohne schlechtes Gewissen – faire Mode ohne Ausbeutung und in Bioqualität

Fairtrade verbietet ausdrücklich ausbeuterische Kinderarbeit und setzt auf Bio-Qualität. Um die Familien vor Preiseinbrüchen zu schützen, erhalten sie einen Mindestpreis als Sicherheitsnetz. Für jede Tonne Baumwolle, die sie zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen, bekommen sie zudem einen finanziellen Aufschlag für Gemeinschaftsprojekte. Seit Beginn der Corona-Pandemie können die Prämiengelder auch für Schutzmaßnahmen oder als zusätzliches Einkommen ausbezahlt werden. Daher ist es so wichtig, beim Kleidungskauf auf Fairtrade-Label zu achten, die einen Mindestlohn, menschenwürdige und kinderarbeitsfreie Textilproduktion sowie Fairtrade-Prämien garantieren.

Frisch, frech, farbig in den Frühling – ökofaire Mode von Azadi mit sozialem Engagement

„azadi“ steht für mehr als eine ökofaire Modemarke. Die vor fünf Jahren in Fürth begründete Initiative verbindet junge Menschen aus verschiedenen Kulturen miteinander und unterstützt Graswurzelinitiativen im Globalen Süden. Die erste Kollektion von azadi entstand 2016 in Delhi /Indien und wurde von jungen Frauen produziert, die als Opfer von Zwangsprostitution von der indischen Organisation STOP (Stop Trafficking and Oppression of Children and Women) in Schneiderei ausgebildet wurden. Deshalb heißt das Modellabel auch „azadi“, denn das bedeutet auf Hindi „Freiheit“.

Edle Satinrockmodelle von azadi gibt es in der 2021-Kollektion in marineblau und beige in kurzer Glockenforn mit ausgearbeitetem Bund und langer Ausführung mit unkompliziertem Gummibund. Dazu passt die leichte Satinbluse in creme und blau mit wunderschönem Ausschnitt oder ein T-Shirt der Charity-Serie (s.u.)
Dieses lässige, aber zugleich chice Wickelkleid, das vorne oder hinten gewickelt werden kann, gibt es in Marineblau und leuchtendem Rot.

Nach der ersten Kollektion kamen als weitere Kooperationspartner die Modeschulen Nürnberg und die NIFT-TEA aus Tirupur, Südindien hinzu. Die Schulen stehen im Austausch miteinander; somit werden zukünftige Entscheidungsträger/innen in der Modebranche schon in der Ausbildung sensibilisiert für faire Handelswege in der Textilbranche. Die Modeschulen B5 in Nürnberg arbeiten schon jetzt an den Modellen für 2022. Der Modeschule NIFT-TEA in Tirupur, Südindien, wurden Ende Oktober Arbeitsaufträge übermittelt, so dass das jährliche „azadi Challenge 2022“ (Ideenwettbewerb für Schüler/innen) stattfinden kann. Bis Dezember werden uns vermutlich 80 Entwürfe zugesandt, unter denen wir passende Modelle für die Gesamtkollektion auswählen. In der Werkstatt Thousand Dreams in Delhi wurde inzwischen die Produktion für die Kollektion 2021 abgeschlossen. Die zwei Meisterschneider Sikander und Asraf waren in ihrer Community mit bei den ersten, die sich unter der Organisation von STOP um die staatliche Lebensmittelversorgung und – verteilung kümmerten. Da, wo sie wohnen, sind die meisten Nachbarn durch die Pandemie arbeitslos geworden! Bei Gokul Knittfab in Tirupur, Südindien, wurden für 2021 die beliebten Jersey-Modelle (T-Shirts, Röcke und Kleider) genäht.  Und in Fürth werden in den nächsten Wochen einige Köpfe rauchen, um eine schöne Kollektion für 2022 zusammen zu stellen!

Kunst trifft Mode: Die Motive der AZADI-Charity Shirts – Kornblumen, „Circles“ und Olivenbaum – sind gestaltet von der italienischen Künstlerin Andreina Guerrieri. Pro Shirt gehen 2 € an den Azadi-Partner STOP – zur Unterstützung von Menschen in den Slums von Delhi. Die T-Shirts sind aus Biobaumwolle gefertigt; auch für Herren ist ein wunderschönes Modell zu erwerben

ThokkThokk – rundherum nachhaltige Textilien für jeden Geschmack

ThokkThokk bietet faire Kleidung in Bioqualität für Damen und Herren an. Zum Sortiment gehören T-Shirts, Sweater, Hosen genauso wie Unterwäsche und Socken. In seinem Online-Shop bietet ThokkThokk neben den eigenen Kreationen auch Kleidung der Labels Fellherz und weitere Marken an. Die Kleidung von ThokkThokk besteht aus Bio-Baumwolle – diese stammt meist aus Indien, wo die Kleidungsstücke auch produziert werden. Teilweise tragen die Produkte das Fairtrade-Cotton-Siegel. Das heißt, dass die verwendete Baumwolle zu 100 Prozent fair gehandelt wurde. ThokkThokk unterstützt außerdem die NGO Save, die sich gegen Kinderarbeit und für Frauenrechte in Indien einsetzt. Die Rohstoffe kommen aus der Türkei und Indien, die Weiterverarbeitung erfolgt in Deutschland. Die Drucke stammen von verschiedensten internationalen Künstlern und werden mit Wasserfarben und von Hand in einer eigenen Werkstatt in München, dem Firmensitz, auf die Shirts gedruckt. Das grüne Fashion-Label ThokkThokk legt großen Wert darauf, dass auch die Verpackung und der Transport der Kleidung möglichst ökologisch sind. Der Versand der Produkte erfolgt mit CO2-Ausgleich, allerdings besteht die Verpackung aus Plastik. ThokkThokk arbeitet engagiert daran, nachhaltigere Materialien zu verwenden, wie zum Beispiel Beutel aus Maisstärke oder Papier aus recycelten Baumwollresten.